„ à propos Koerich »

Warum diese Stellungnahme ?

Mitglieder der Union Luxembourgeoise pour l’Histoire et le Patrimoine haben uns zu einer Stellungnahme aufgerufen betreffend ein Bauvorhaben der Gemeinde Koerich. Dort ist eine Vergrößerung resp. ein Anbau an das ins Jahr1798 datierte Gemeindehaus vorgesehen, Vergrößerung, die ihrer Meinung nach einen gravierenden Eingriff in das, in vielen Jahrhunderten harmonisch gewachsene Dorfbild darstellt.

Nach Anhörung der Anliegen unserer Mitglieder kam eine Delegation des Verwaltungsrates der ULHP am 24.3.2009 mit dem Bürgermeister Hr. Léon  Eschette und dem Schöffen Hr. Jean Everard im Gemeindehaus in Koerich zusammen.

Wir konnten nach in Augenscheinnahme der Örtlichkeiten den Standpunkt und die Erklärungen der beiden Herren zur Kenntnis nehmen.

Die Fakten.

Das Gemeindehaus ist im Besitz der Gemeinde Koerich und ist nicht denkmalgeschützt, unterliegt voll der Verantwortlichkeit der Koericher Bürger und deren Vertreter, dem Gemeinderat.

Ausschnitt aus dem Projekt von Architektin Tatiana Fabeck

Ausschnitt aus dem Projekt von Architektin Tatiana Fabeck

Die gleich daneben liegende Burg, die Ruine des Grevenschlosses ist hingegen im Besitz des Staates, steht seit 1937 unter Denkmalschutz und wird genau zu dieser Zeit vom Kulturministerium durch die  Verwaltung der Sites et Monuments großzügig, konservatorisch restauriert

Herr Lemmer erklärte uns, dass durch Raummangel bedingt der Gemeinderat beschlossen habe die Planung der Vergrößerung des Rathauses in die Wege geleitet.  Ein Ideenwettbewerb zwischen Architekten wurde ausgeschrieben und der Vorschlag der Architektin Tatiana Fabeck ging mit 5 gegen 4 Stimmen als Sieger aus diesem Concours hervor.

Der Bürgermeister versicherte uns mehrmals, dass es sich hier nur um einen Ideenvorschlag handele der umwandlungsfähig sei, es sich also noch nicht um ein beschlossenes Bauprojekt handele.

Das prämierte Projekt von Tatiana Fabeck

Zum Ideenvorschlag.

Wie es im Schreiben unserer Mitglieder heißt: „de gustibus non est disputandum », genau so wollen wir in diese Diskussion hineingehen.

Ob die Koericher Einwohner sich einen Rathausanbau modernder oder antiquarisch angepasster Faktur in ihr Dorfzentrum setzen wollen ist rein und allein ihre Angelegenheit. Die ULHP hat als Grundprinzip in ihren Statuten festgelegt, sich nie in Angelegenheiten anderer Vereinigungen einzumischen, sich aber auch immer klar zum Schutz des Patrimoniums einzusetzen.

Es ist nicht unsere Aufgabe die Verantwortlichen im Gemeinderat zu bestätigen oder sie von ihrer Verantwortung zu entbinden. Nichtsdestoweniger sind wir der Ansicht, dass die Bevölkerung, die im Dorf mit ihrer Burg, ihrer Barockkirche und ihrem alten Rathaus in ihrem organisch gewachsenen Umfeld lebt, sich nicht an Hand eines Prospektes schlau machen sollten, besonders auch weil die Zustimmung zum prämierten Projekt denkbar knapp ausgefallen ist. Es sollte den Menschen, die nicht alle eine klare räumliche Vorstellung haben, eine Hilfestellung geleistet werden.

Wir schlagen vor, dass, wie es in der Schweiz in mehreren Kantonen Gesetz ist, durch eine leichte Alu- Stangenkonstruktion, (als Baukasten auch für den kleinsten Unternehmer erschwinglich zu kaufen), die Aussenecken und die Höhe des geplanten Gebäudes leicht erkenntlich „in situ » räumlich zu erklären und den Bürgern zu zeigen wie die seit hunderten von Jahren freie Sicht auf ihre, jetzt mit viel Geld restaurierte Burg verbaut wird. Schade drum!

Weil, nach Aussage des Bürgermeisters, es sich noch nicht um ein Bauprojekt, sondern nur um einen Ideenwettbewerb handelt, ist  noch kein „ fait accompli » geschaffen. Die Einwohner, nicht immer nur unter  „vox populi »  u.s.w. laufend, sondern oft und jahrhundertelang auf den Dörfern mit einem besonderen Gespür für Formen und Massen ausgestattet, sollten in voller Sachkenntnis mitreden dürfen.

Es ist jetzt noch Zeit, auf dem Papier durch Umsetzen von Maß und Volumen verschiedenes zurechtzurücken. Sollte sich dann eine gefühlte Mehrheit für oder gegen das beim Ideenwettstreit ausgewählte Projekt ergeben, dann wird  es an den gewählten Volksvertretern im Gemeinderat sein,  ihre Verantwortung gegenüber dem nationalen Patrimonium zu übernehmen.

Wir drücken den Wunsch aus, dass man auch fürderhin in Koerich, die Kirche auf dem Berg und  die Burg im Zentrum des Dorfes stehen lässt und, dass man  auch weiterhin, jetzt da sie frisch herausgeputzt wird, etwas mehr von der Burg sehen kann als das vorliegende Projekt ihr zugesteht.

Redaktionskomite der ULHP

Weitere Bilder:

In der Mitte des Bildes, links neben dem Gemeindehaus, das abzubrechende Haus.

Der Gemeindeplatz mit dem abzubrechenden und zu ersetzenden Gebäude.

Der Vorplatz zum Gemeindehaus.

Blick vom Burgeingang zum Gemeindehaus.

(Bildarchiv der ULHP asbl. 2009)

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12 Responses to “„ à propos Koerich »”


  1. 1 TOUSSAINT Fernand 23 avril 2009 à 21:01

    Dir Häre vun der ULHP,

    Dir kennt méng Positioun an dëser Affär. Déi as kloër an däitlech: Esou e Bäu wéi deen doten zerstéiert de Site vum Schlass an de Käer vum gewuessenen Duerfbild. Esou eppes däerf nët opgeriicht gin fir domadder och nach e Präzedenzfall ze schafen.
    Ech sin een deen sech a ville Saache gäre berode léisst, wann ech eppes nët wees oder wann eppes nët mäi Gebidd as. Mä ech si vill ze al an hu Beruffserfahrung genuch fir ze wëssen wat beienee passt a wat nët a falen och dofir nët op « Architektegeschwafels » eran.
    Eise Patrimoine kann nëmme geschützt gin, wann endlech emol Historiker, Archäologen oder och soss Geschichtsfrënn matbestëmme kënnen.
    Ech wär frou wann d’ULHP eng kloër an däitlech Positioun zu eisem historesche Patrimoine ging anhuelen.
    D’Noperen, mais awer och vill aner Käercher Leit sin entsat iwwer dëse Projet a wäerten dat demnächst och weisen.

    Mat beschte Gréiss un Iech all

    FT

  2. 2 Marguerite TOUSSAINT 25 avril 2009 à 15:37

    Schon eleng wéinst dem Verloscht vu Parkplazen däerf dat Gebai net gebaut gin! Ausserdem verdeckt et zumindest aus enger Richtung d’Vue op d’Schlass, an dat fannen ech net gudd!

  3. 3 Jhemp BIVER 28 avril 2009 à 16:55

    Eis nei Generatioun vun Architekten, schéngt e gewëssen César Manrique (Lanzarote, 1919-1992) net ze kennen. Wa se n e kenne géifen, dieten s’eis historesch gewuessen Dierfer an hiirt Emfeld respektéiere wa s’e un engem neie Projet brucken, esou wéi de Manrique dat op sénger Heemechtsinsel Lanzarote gemaach huet. All séng Wiirker, wat et och ass, passe perfekt an dee Kader an deem se stin. De Manrique wousst em d’Relatiounen déi bestin tëscht dem Mënsch a sénger Biosphär (UNESCO).

    Zu Käerch huet nach keen eppes vun deene Relatiounen héiren. Schéngt et. Do läit eng kleesper Majoritéit vu Politiker total nieft dem Dill, soss géife se net de Charme an d’Harmonie vun hirem ureegenen Duerf mat engem iwerdimensionéierte Block vu Gebai, deen alles erdréckt wat am Emfeld steet, zerstéiere wëllen. De Projet hätt dach direkt ënnert den Dësch fale missen. Ma et gesäit aus wéi wa mer nach ëmmer Politiker hätten, deenen d’Architektur déi mer vun eise Pappen, Grouss- an Urgrousspappe geierft hun, näischt wäert ass?

    Bei äis heiheem zerstéiere mer scho méi wéi 50 Joer laang dat wat den Zweete Weltkrich äis gelooss huet. An dat op zwou Manéieren: entweder räisse mer ewech a baue Residenzen an d’Plaz oder awer mer setzen nieft an tëscht al Bauerenhaiser, Barockkiirchen an e Schlass eppes Neits dat duer passt wéi de Suedel op d’Kou. Wat mär dann iirgendwéi net konsequent ze si schéngt, ass eis grouss Léift fir romantesch, organesch gewuessen an restauréiert Dierfer a Stied als Kuliss fir Vakanzen an Ausflig. Ech nenne just Bernkastel-Kues, Brugge, Lanzarote. . . An domat hätte mer de Krees zougezun: kuck uewen.

  4. 4 MERSCH Thomas 2 mai 2009 à 21:15

    Wie Sie meinem Familiennamen entnehmen können, stammen meine Vorfahren aus Luxemburg. Mehrmals im Jahr besuche ich mit meiner Familie und Freunden Ihr schönes Land. Leider muss ich immer öfter feststellen, dass sich in Bezug auf « Denkmalschutz » in Luxemburg noch einiges tun müsste. Teilweise verlieren ganze Ortsteile ihr historisches Gesicht. So muss ich nun auch mit Entsetzten von den Planungen in Körich hören und lesen. Der harmonisch an der linken Seite des Bürgermeisteramtes angebaute Teil (welcher mittels Steuer- und Gemeindegeldern vor erst ca. 20 Jahren entstand) soll meines Wissens abgerissen und durch eine « überdimensionale Schuhschachtel » ersetzt werden. Dieser moderne Bau würde allenfalls auf dem Kirchberg beim Europaparlament Anklang finden, in Körich allerdings schmerzt schon allein Anblick der Entwürfe im Internet. Wäre es, bei allem Respekt vor den Ideen der jungen Architekten, nicht möglich, einen zweiten harmonischen Anbau rechts neben dem Bürgermeisteramt zu plazieren ? Das Gebäude hätte somit einen Gutshof-ähnlichen Charakter. Dies würde in der Nähe der Ruine des Grafenschlosses meiner Ansicht nach weniger störend wirken. Ihre bisherigen Ideen schrecken sowohl mich, als auch andere Besucher eher ab. Es wäre schön, wenn sich die Fehler, die Andere schon vor 30 Jahren gemacht haben, in Luxemburg NICHT wiederholen würden.

  5. 5 Hack Pierre 3 mai 2009 à 17:20

    Eine Frage sei gestattet: Was soll das ? Nennen Sie das « Revitalisierung und Modernisierung vorhandener ländlicher Dorfbauten »? Ist es nicht eher TOTSCHLAG , Zerstörung der harmonischen Einheit , den der Köricher Dorfkern immerhin zu bieten hat ( Rathaus, freie Sicht auf die Schlossruine, Barockkirche)? Durch das gewaltsame Hineinpflanzen dieses unförmigen Klotzes aus Beton und Glas wird nicht nur die Sicht auf das Schloss versperrt, sondern die Harmonie des Dorfkerns wird unwiederbringlich vernichtet. Nennen Sie das ruhig ein « zukunftsweisendes Gesamtprojekt »…..Ich möchte lieber nicht fragen, auf welche Zukunft dieses Projekt hinweisen soll.
    ph

  6. 7 GRÜN Joe 5 mai 2009 à 17:44

    Wéi as et méiglech, datt e Buergermeeschter an de Gemengerot e gräisslechen moderne Betonsblock als Kulturzentrum!!?? virun d’Ruinen vum « Gréiweschlass » bauen kënnen, am alen Urtskär vu Käerch, teschent schéin al Haiser an Bauerenhäff aus dem 18. Jh, an eng vun denen schéinsten Barockkirchen vum Land. Dat passt wéi d’Fauscht op d’A. An dat ënner Duldung vun de Schlassfrënn an Sites et Monuments!!??

  7. 8 FRANGART Claudia 6 mai 2009 à 16:17

    Ich sehe das « Projekt » in Körich ebenfalls mit sehr kritischen Augen – vielleicht aus einem anderen Blickwinkel, aber mit gleichem Konsenz. Sollte man sich nicht auch Gedanken über die Auswirkungen eines solchen « hypermodernen » Bauwerks für die Einwohner von Körich machen ? Die meisten von ihnen werden wohl schon längere Zeit dort leben und sich verstärkt mit ihrer Heimatgemeinde im Allgemeinen und den in Körich vorhandenen historischen Gebäuden (Schloßruine, Kirche) im Besonderen identifizieren. Der Ortskern mit der alten Bausubstanz schafft gerade für kleine Dörfer einen ortsbildprägenden Charakter. Wäre es für die Köricher Bürger nicht besser, einen Neu- oder Anbau im regionaltypischen Baustil zu errichten ? Natürlich sind heutzutage Umweltbewußtsein (in Bezug auf Energiesparmaßnahmen) und Barrierefreiheit ((Zugang und Begehbarkeit für ältere oder gehbehinderte Menschen) Themen von zentraler Bedeutung, aber meiner Meinung nach sollte die Schaffung attraktiver Lebensräume die Bewahrung des kulturhistorischen Erbes miteinschließen. Mit anderen Worten: Wenn tatsächlich ein Neubau geplant wird, dann muß es doch möglich sein, ein Gebäude zu errichten, das einerseits genügend Platz und Komfort bietet, gleichzeitig aber auch zur regionaltypischen Baukultur passt !

  8. 9 Stefan Bur 6 mai 2009 à 19:34

    Ich will gar nicht wissen, wie die nicht prämierten Vorschläge aussehen…
    Oder gab’s nur diesen einen Vorschlag?
    Irgendwie erinnert mich dieses Gebäude an die alte Bahnhofshalle aus den 60’ern in unserer Stadt. Die hat man aber mittlerweile wieder abgerissen, unter anderem, weil sie so gar nicht zum barocken Stadtbild passen wollte…

  9. 10 aishajimmy 7 mai 2009 à 16:40

    Il est plaisant de lire que je ne suis pas seul à avoir l’opinion qu’il s’agit d’un projet déplacé sur ce site.
    Bien qu’il ait été développé par un architecte de renommée nationale, il est étonnant de voir que l’architecture est d’un style très moderne alors qu’il y a à peine 10 ans, les habitants du site ont été forcés à construire respectivement à rénover dans un style ancien afin de se conformer avec le site.
    D’ailleurs, tous les projets présentés ont été d’un style très moderne non conforme avec cet endroit à mon avis.
    En outre, la commune ne s’est à ce jour clairement exprimée sur l’utilisation de cet immeuble à construire respectivement sur son besoin, sans parler du manque d’emplacements de parking que ce projet pourrait engendrer suivant son utilisation

  10. 11 Jean Neveupa 8 mai 2009 à 21:11

    Espérons que ce projet ne devienne jamais réalité. Ce serait une énorme erreur, quant à la préservation d’un site historique. En outre, il serait intéressant de savoir si la commune de Koerich a réellement besoin d’un centre culturel d’une telle envergure?

  11. 12 EVERARD Anne-Marie 11 mai 2009 à 19:15

    De neigeplangte « Kulturzentrum »fir Käerch gehéiert nët matzen an den Duerfkär. Wann se dëse rechteckege Bau mat Flaachdach op d’gring Wiss ginge setzen, hätt kee Mënsch eppes dergéint. Afgesi vum Parkplazproblem deen dëse geplangte Bau mat sech bréngt, zerstéiert ‘en d’Harmonie vum Duerf an hëllt och nach d’Vue op d’Schlassruin vun der Wandhafferstrooss.
    Als ale Käercher, dee grad am Duerfkär tëschent Schlass a Kiirch grouss gin as, deet et immens wéi ze gesin, dass Gemengepolitiker sou wéineg Ahnung hu vun Ästhetik a Schéinheet.
    Ech hoffen, dass vill Leit sech géint dëse Projet wieren, an d’Gemengenautoritéiten agesin, datt si um Holzwee sin.


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